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Die „Lissabon-Strategie“ der europäischen Union wie auch die „Agenda 2010“ der Bundesregierung basieren auf der Annahme, dass europäische Länder wie Deutschland im globalen Wettbewerb nur bestehen können, wenn sie das geistige und innovative Potenzial ihrer Bürger und Industrien in die Waagschale werfen. Es ist allgemein anerkannt, dass Deutschland in den Bildungssektor finanziell und intellektuell investieren muss.
Hierzu hat auch der sogenannte „PiSa-Schock“ beigetragen: Die deutschen Schüler schneiden deutlich schlechter ab als Schüler vergleichbarer Länder. Vor allem aber stehen wir vor einer paradoxen Situation: Vierzig Jahre Schulpolitik unter den Vorzeichen von Chancengerechtigkeit im Westen wie im Osten haben Deutschland zu einem Land gemacht, in dem die Bildungschancen von der sozialen Herkunft der Schüler abhängen wie nirgends sonst.
Die Zahl der Geburten ist auf niedrigem Niveau weiterhin rückläufig. Unter diesen Umständen ist nicht daran zu denken, dass die in Deutschland und in der EU ausgerufenen Ziele, eine Wissensgesellschaft zu werden, erreicht werden können. Das Bildungssystem ist daher stark gefordert, seinen Beitrag zur Lösung des Problems zu steigern und effizienter zu erbringen. Dies soll in einer Zeit erfolgen, in der der Spardruck auf die öffentlichen Haushalte enorm wächst. Daher werden Regulierung und Finanzierung des Bildungs- und insbesondere des Schulsystems zu überarbeiten sein.
Es wird unausweichlich werden, dass dabei mehr wettbewerbliche Elemente zum Tragen kommen. Viele Ansatzpunkte ergeben sich hierfür: die Zuteilung von Budgets an Bildungseinrichtungen, die Honorierung der Lehrkräfte, Preise und Selbstbeteiligungen, Wettbewerb zwischen Schulsystemen. Hierzu wird eine Vielzahl von Instrumenten benötigt werden, die faktenbasierte Entscheidungen ermöglichen und die dem Bildungssystem mehr Raum geben, seine eigene Leistungsfähigkeit zu steigern.
Im Vergleich zum Gesundheitssystem sind im Bereich Bildung dafür weder die empirische Basis noch der Erfahrungsschatz über die Wirksamkeit alternativer Modelle annähernd entwickelt. Für IGES ist dies ein weiterer Ansatzpunkt, seine 30-jährige Erfahrung bei Forschung, Entwicklung und Beratung einzubringen.
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