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Europa und Osteuropa

IGES hat sich insbesondere im Auftrag der Europäischen Kommission und anderer internationaler Organisationen (WHO, Weltbank) aktiv am Aufbau sozialer Krankenversicherungssysteme in den früheren kommunistischen Staaten beteiligt.

Grenzüberschreitende Perspektiven sind im Bereich der Gesundheitspolitik noch vergleichsweise neu. Zwar haben medizinische und pharmakologische Neuentwicklungen aus dem Ausland schon immer relativ schnell den Weg zum deutschen Patienten gefunden, doch war die Frage der transnationalen Übertragung von Ordnungs- und Steuerungsstrukturen des Gesundheitssystems in Deutschland lange Zeit tabu. Zumindest in Bezug auf den Export von Elementen des deutschen Krankenversicherungssystems hat sich dies nach dem Ende des Kalten Kriegs geändert: Fast alle osteuropäischen Transformationsländer haben sich am System der sozialen Krankenversicherung nach deutschem Vorbild orientiert.
Mittlerweile ist deutlich geworden, dass der europäische Integrationsprozess auch vor dem deutschen Gesundheitswesen nicht Halt macht. Die Konsequenzen der EuGH-Urteile zu Kohl und Decker oder die Zulassung des Arzneimittelhandels über das Internet berühren unmittelbar zentrale Gestaltungsprinzipien des deutschen Gesundheitssystems. Dass inzwischen durchaus die Bereitschaft besteht, bei der Weiterentwicklung dieses Systems von den Erfahrungen des Auslands zu profitieren, ist im Rahmen der "Gesundheitsreform 2000" deutlich geworden, in deren Folge sich die gemeinsame Selbstverwaltung der GKV für die Einführung eines Systems der leistungsorientierten Krankenhausvergütung nach australischem Vorbild entschieden hat.
IGES hat schon frühzeitig die Bedeutung der Aufgabe erkannt, das deutsche System der Gesundheitsversorgung und ihrer Finanzierung "europatauglich" zu machen. Beispiele sind

  • zahlreiche Beratungsprojekte zur konzeptionellen Grundlegung und praktischen Einführung sozialer Krankenversicherungssysteme, u. a. in Armenien, Polen, Rumänien, Slowakei, Tschechien, Ungarn und Usbekistan
  • "Weiterentwicklung einer leistungsfähigen und solidarischen Krankenversicherung unter den Rahmenbedingungen der europäischen Integration". Forschungsprojekt für die Hans-Böckler-Stiftung (in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Jürgen Wasem, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald)

 

 
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