Berlin, 08. September 2011 (IGES Institut) - Eine Analyse des Arzneimittelverbrauchs in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für das Jahr 2010 zeigt der Arzneimittel-Atlas 2011, der heute in Berlin vorgestellt wurde. Er bietet valide Informationen über die Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln und die dadurch entstehenden Ausgaben für die Kostenträger.
Für das Jahr 2010 betrugen die Ausgaben der GKV für Arzneimittel 30,2 Mrd. Euro. Dies waren nur 177 Mio. Euro mehr als im Vorjahr. Die Steigerungsrate lag bei 0,6 % und war damit sehr viel niedriger als 2009 mit 5,7 %.
Für Arznei- und Verbandmittel aus Apotheken belief sich der Umsatz 2010 auf 32,8 Mrd. Euro und lag damit um 1.038 Mio. bzw. 3,3% höher als 2009. Im Vorjahr war der Umsatz noch um 1.664 Mio. Euro gestiegen.
Der Umsatz wurde 2010 durch Rabatte und Zuzahlungen sehr viel stärker gemindert als im Vorjahr. Hier entfaltete das „Gesetz zur Änderung krankenversicherungsrechtlicher und anderer Vorschriften“ (GKV-ÄndG) seine Wirkung, welches 2010 in Kraft trat. Seit August 2010 gilt ein Preismoratorium und der Herstellerabschlag wurde von 6 % auf 16 % angehoben.
Die Rabatte der Hersteller waren 2010 mit insgesamt 2.876 Mio. Euro um 1.095 Mio. Euro höher als im Vorjahr. Dazu trugen die erhöhten Abschläge und das Preismoratorium zu rund zwei Dritteln bei, die individuellen Rabatte ( § 130a Abs. 8 SGB V) zu etwa einem Drittel.
"Wie in den Vorjahren war die Entwicklung der Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenkassen gekennzeichnet von einem Ausgleich zwischen Einsparungen - insbesondere durch auslaufende Patente - und Mehrausgaben für Innovationen. Dämpfend wirkten sich außerdem der seit Jahren rückläufige Mehrverbrauch an Arzneimitteln aus sowie die starken Einsparungen durch die seit August 2010 zusätzlich erhobenen Arzneimittelrabatte. Dies alles hat zu einem Stillstand der Ausgabenentwicklung bei den Arzneimitteln beigetragen und die Ausgaben der Krankenkassen stabilisiert", erklärte Prof. Bertram Häussler, Vorsitzender der Geschäftsführung des IGES Instituts für das Autorenteam.
Die weiteren Ergebnisse des Arzneimittel-Atlas 2010 im Überblick:
Auch in der jüngsten Ausgabe des Arzneimittel-Atlas werden erneut in Sonderkapiteln zwei aktuelle Themen diskutiert – die gesamtwirtschaftliche Lage und der Wert von Arzneimitteln (Value of Medicines).
Die wichtigsten Ergebnisse daraus:
Den jährlich erscheinenden Arzneimittel-Atlas erstellt das IGES Institut im Auftrag des Verbandes der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa). Er wird bei Urban & Vogel veröffentlicht.
Der Arzneimittel-Atlas erscheint bei Urban & Vogel und ist dort direkt bestellbar.