Für einen realistischen Blick auf den Arzneimittelmarkt
Valide Informationen über den Verbrauch von Arzneimitteln sind für gesundheits- und wirtschaftspolitische Entscheidungen unabdingbar. Die nunmehr vorliegende zweite Fassung des Arzneimittel-Atlas 2007 wurde vom Institut für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES) erstellt und vom Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) e.V. beauftragt. Der Atlas liefert für 23 Indikationsgruppen transparente und strukturierte Informationen über die Entwicklung der Verordnungen zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) des Jahres 2006.
Alle Analysen basieren auf dem Konzept der Tagesdosen. Für das Jahr 2006 werden im Vergleich zu 2005 die Änderungen von Verbrauch, Preis und strukturellen Verschiebungen betrachtet, wobei erstmals auch eine monatliche Betrachtung der Umsatzveränderungen stattfindet. Neu ist auch eine Übersicht der wesentlichen Einflussfaktoren auf den Arzneimittelumsatz. Schließlich wird der Arzneimittelverbrauch in Beziehung zur Prävalenz der jeweiligen Indikation gesetzt. Abgerundet wird der Arzneimittel-Atlas 2007 durch die Betrachtung der Arzneimittelausgaben auf regionaler Ebene.
Der ermittelte Ausgabenanstieg für Arzneimittel auf 25,9 Mrd. Euro liegt mit 2 % weit unter dem des Vorjahres (16,3 %). Wichtigster Faktor für die Umsatzsteigerungen ist dabei neben dem erhöhten Verbrauch die strukturelle Verschiebung zu Gunsten innovativer Arzneimittel.
Das Ergebnis des Jahres 2006 weicht sehr stark ab von der Prognose, die die Spitzenverbände der Krankenkassen und die Kassenärztliche Bundesvereinigung bei der Anpassung der Einflussfaktoren auf das Ausgabenvolumen für das Jahr 2006 ausgegeben haben.
Kritik wird von den Autoren vor allem daran geübt, dass das Sozialgesetzbuch V morbiditätsbezogene Einflussfaktoren bisher nur mangelhaft berücksichtigt und die realen Umsatzsteigerungen somit nur unzureichend erklärt werden können. Mit Ausnahme des Faktors „Zahl und Alter der Versicherten“ hat der Gesetzgeber keine nachfragebezogenen Anpassungsfaktoren formuliert.
„Eine morbiditätsbezogene Anpassung im SGB V ist geradezu zwingend, weil verbrauchsbezogene Umsatzsteigerungen derzeit die wichtigste Komponente von Umsatzsteigerungen überhaupt sind“, so Prof. Dr. Bertram Häussler, Direktor des IGES Instituts, bei der Vorstellung des Arzneimittel-Atlas 2007 am 26. Juli 2007 in Berlin.
Die Autoren:
Prof. Dr. Bertram Häussler
Dr. Ariane Höer
Elke Hempel
Philipp Storz
Der Arzneimittel-Atlas 2007 ist ab sofort im Buchhandel erhältlich.
ISBN 978-3-89935-241-2, Verlag Urban & Vogel
Die Zusammenfassung des Arzneimittel-Atlas 2007 finden Sie hier:
AtlasZsfInternet.pdf
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