Erstmals in Deutschland wurden anhand von Versichertendaten einer gesetzlichen Krankenkasse (GKV) die Versorgungssituation, der Krankheitsverlauf und Arzneimittelverordnungsmuster bei rheumatoider Arthritis untersucht
Rheumatoide Arthritis (RA) ist eine schwerwiegende Erkrankung mit weit reichenden Folgen asowohl aus der Sicht des einzelnen, betroffenen Patienten als auch aus gesamtgesellschaftlicher Perspektive
Auf der 12. internationalen ISPOR-Konferenz in Arlington, Virginia/USA, präsentierte IGES ein Poster zur Behandlung rheumatoider Arthritis in Deutschland.
Erstmalig in Deutschland wurde zunächst anhand von GKV-Routinedaten retrospektiv (für die Jahre 2000 - 2004) untersucht, wie sich die Krankengeschichte von RA-Patienten abbildet. Die Auswertung erfolgte hinsichtlich der Verordnung von Arzneimitteln sowie stationärer Maßnahmen und Arbeitsunfähigkeitsfälle.
Weiter wurde untersucht, wie die Krankheit der Patienten mit RA verläuft , durch welche Facharztgruppe sie behandelt werden bzw. wie sich die Vorgeschichte von Patienten mit Verordnungen von TNF-Antagonisten darstellt und was vor der Initiierung der Therapie mit TNF-Antagonisten geschieht (z. B. Verordnung von DMARD = disease modifying antirheumatic drugs).
Im Ergebnis lässt sich feststellen, dass die in der Studie beschriebenen Behandlungsprävalenz von 0,98% (Männer und Frauen kombiniert) grundsätzlich im Einklang mit der epidemiologischen Forschung steht. Es wurde festgestellt, dass weniger als die Hälfte der RA-Patienten eine Therapie mit DMARDs bekommen. Dies könnte ein Hinweis auf eine Unterversorgung sein.
In den Leitlinien wird empfohlen, Patienten mit rheumatoider Arthritis dann mit einem TNF-Antagonisten zu behandeln, wenn zuvor zweimal erfolglos DMARDs eingesetzt wurden. Dass weniger als die Hälfte der RA-Patienten überhaupt eine DMARD-Verordnung erhielten, könnte auf die Tatsache hindeuten, dass hier nicht entsprechend therapeutischer Leitlinien verordnet wird.
TNF-Antagonisten werden hauptsächlich besonders schwer erkrankten RA-Patienten verordnet, die eine hohe Belastung durch Arbeitsunfähigkeitsfälle und Krankenhausaufenthalte aufweisen.
Download des Posters
IGES_Poster_RA_ISPOR_2007.pdf
(146KB)