Nach Publikation neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse aus epidemiologischen Beobachtungsstudien und klinischen Studien zu Risiken und Nutzen der (post-)menopausalen Hormontherapie hat weltweit ein Umdenken in der Verordnung und Anwendung dieser medikamentösen Therapie stattgefunden.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat 2003 einen Forschungsschwerpunkt ausgeschrieben, der wissenschaftliche Projekte zur (post-)menopausalen Hormontherapie in Deutschland fördert. Im Verbundprojekt »Nutzen und Risiken der Hormontherapie. Erfordernisse und Leistungen der Gesundheitsfürsorge für Frauen in Deutschland« wurden unter Koordination des Robert Koch- Instituts drei Teilprojekte aus verschiedenen wissenschaftlichen Einrichtungen gefördert, die folgende Fragen beantworten sollen:
Das Forschungsvorhaben läuft noch bis Ende 2007 und besteht aus drei Teilprojekten. Beteiligt sind neben dem RKI die Charité Universitätsmedizin (Campus Virchow, Frauenklinik), das IGES Institut und die Alice-Salomon-Fachhochschule (ASFH), alle in Berlin.
Um herauszufinden, wie sich die WHI-Studie in Deutschland auf die Verordnung von Hormonen auswirkte, analysierten Mitarbeiter des IGES Instituts Daten von 38 897 Versicherten der Gmünder Ersatz-Kasse (GEK): Demnach hat die Zahl der versicherten Frauen, die mindestens eine Hormonverordnung bekamen, gegenüber der Zeit vor der Veröffentlichung der WHI-Daten um 18,1 Prozent abgenommen.
Eine zweite Untersuchung, die sich auf eine Telefonumfrage von 2004 und das Bundesgesundheitssurvey von 1998 stützt, zeigt die Veränderung ebenfalls: Die Zahl der Frauen zwischen 40 und 79 Jahren, die zum Befragungszeitpunkt Hormone nahmen, fiel von 16,9 Prozent im Jahr 1998 auf 10,1 Prozent im Jahr 2004.
Obwohl insgesamt ein Verordnungsrückgang beobachtet wurde, überrascht, dass weiterhin relativ viele Hormonbehandlungen durchgeführt oder sogar neu begonnen wurden.
Das auf der 10. europäischen ISPOR-Konferenz in Dublin am 23. Oktober präsentierte Poster wurde mit dem Poster Finalist Award ausgezeichnet.
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