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Die ZIM-Innovationsdatenbank

Weltweit beobachtete Innovationstätigkeit wird in der ZIM-Innovationsdatenbank kontinuierlich dokumentiert.

Kernstück der Arbeit ist die ZIM-Innovationsdatenbank. Sie basiert auf einer


  • täglichen Suche in der Fach- und Laienpresse und in ausgewählten Internetquellen. Die aufgenommenen Meldungen werden in einer

  • relationalen Datenbank abgelegt und

  • nach der Art der Innovation sowie Krankheitsgruppen (kodiert nach ICD) klassifiziert. Experten aus Biomedizin und Klinik nehmen eine initiale Bewertung der Meldung vor. Kriterien sind die medizinische Relevanz, das Innovationspotenzial und eine Abschätzung der Zeit bis zum Markteintritt der Technologie.

Täglich gehen zwischen 20 und 30 Meldungen ein - seit Anfang des Jahres 2003 sind mehr als 4.000 Einträge aufgenommen worden. Die Qualität dieser Arbeit wird durch Qualitätssicherungsprozeduren laufend überwacht.

Die Dokumentation trägt dem breiten Spektrum der Innovationen in der Gesundheitsversorgung Rechnung. Folgende Gebiete werden erfasst:

  • Arzneimittel, Biologicals, Impfstoffe, Life-Style-Medikamente, Drug-Delivery- Systeme
  • eHealth-Applikationen
  • Lebensmittel, functional food
  • Bildgebende Diagnostik, In-Vivo-Diagnostik
  • Genetische Diagnostik
  • Medizinprodukte - Implantate - Hilfsmittel
  • Vorwiegend physikalische Therapieprinzipen (Hyper/Hypothermie, Nuklearmedizin, UV, Licht, Mikrowellen)
  • Operationsverfahren / endoskopische Verfahren
  • Organersatz, Transplantationen, Tissue engineering
  • Physiotherapie / Sport / Verhaltensmodifikation
  • Psychotherapie / Soziotherapie
  • Pflege / Prävention / Rehabilitation
  • Komplementärmedizin - Homöopathie
  • Schmerztherapie, Palliativtherapie
  • Reproduktionsmedizin
  • Somatische Gentherapie
  • Stammzelltherapie / Therapie mit autologen Zellen
  • Qualitätssicherung / Disease-Management-Programm
  • Schutz vor Biowaffen / Naturkatastrophen
  • Umwelttoxikologie, Hygiene, Arbeitsmedizin

Bei der Gestaltung dieser Kategorien wurde darauf geachtet, insbesondere auch Raum für Themen zu geben, die nicht in den unmittelbar als ärztlich empfundenen Handlungskreis fallen (Pflege, Prävention, Komplementärmedizin, Psychotherapie, neue Versorgungsformen). Technologien in diesen Bereichen können eine große wirtschaftliche Bedeutung haben, sind aber in der wissenschaftlichen Diskussion unterrepräsentiert.

Bei der Gruppierung der Einträge nach Krankheitsgruppen zeigt sich, dass 22% der klassifizierbaren Einträge auf Innovationen entfallen, die zur Prävention, Diagnostik und Therapie von Tumorerkrankungen dienen, 16% auf Infektionskrankheiten und 13% auf Krankheiten des Kreislaufsystems.

Dies kann als Hinweis dafür dienen, dass die weltweite medizinische Innovationstätigkeit nicht ausschließlich auf die Prävention, Diagnose und Therapie von Krankheiten der Industrieländer zielt, sondern dass (möglicherweise durch gezielte staatliche Förderung) auch die Krankheiten der weniger entwickelten Länder Ziel medizinischer Innovationen sind. Krebserkrankungen haben derzeit eine höhere Priorität als die in den 80er und 90er Jahren fokussierten Herz-Kreislauf-Krankheiten.

Die erforderlichen Vorarbeiten für die Installation des Such- und Dokumentationssystems sind abgeschlossen. Ergebnisse der Informationssuche wurden bereits im Rahmen einer Innovations- und Technikanalyse (ITA) für das BMBF "Nanotechnologie in der Medizin" eingesetzt und werden für eine weitere ITA "Medizintechnik in Deutschland im internationalen Vergleich", ebenfalls für das BMBF, genutzt.

 

 
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